Spitzen


Flechtspitze

Die Flechtspitze entstand wahrscheinlich als erste echte Klöppelspitze. Sie wird mit durchlaufenden Fäden durch Flechten geklöppelt. Die dabei entstehende Spitze ist ein Band mit gleichmäßigen, geometrisch gemusterten Zacken.

Reticella-Spitze
Die geklöppelte Reticella-Spitze ist eine Nachahmung der echten Reticella (= Nadelspitze). Für diese Muster reichte das Flechten („Drehen“ und „Kreuzen“) nicht aus, der „neue Schlag“ (auch „Formschlag“) wurde erfunden. Dieser Schlag sollte die ausgefüllten Elemente der Nadelspitze nachbilden, die ein wichtiger Bestandteil der Muster waren. Anfangs wurde die Tradition der geometrischen Spitze starr fortgeführt. Erst im Laufe der Zeit, meist parallel zur Entwicklung in der echten Reticella, wurde damit begonnen, andere, nicht-geometrische Formen in die Klöppelspitze einzuarbeiten.

Ragusaspitze
Benannt nach dem lateinischen Namen der kroatischen Stadt Dubrovnik (lat. Ragusa).

Guipurespitze (= Gimpenspitze) Mailänder Spitze
Die Mailänder Spitze, benannt nach der oberitalienischen Stadt, zählt zu den Bänderspitzen. Sie wurde ursprünglich mit wenigen Verbindungsstegen nur aus Bändern geklöppelt. Charakteristisch sind die vielfältigen Musterungen der Bänder.

Reliefspitze Valenciennes-Spitze
Diese Spitze wurde nach der im französischen Teil Flanderns liegenden Stadt Valenciennes benannt. Sie wird mit extrem feinen Fäden gearbeitet (bis 400 Paar Klöppel auf 10 cm Breite). Im Laufe der Jahrhunderte benutzte man verschiedene Maschengründe. Die Motive werden mit zusätzlichen Paaren versehen, um sie dichter wirken zu lassen. Es wurden vorzugsweise Blumenmotive eingearbeitet.

Mechelner Spitze
Eine der feinsten Spitzen, die sehr arbeitsintensiv ist. Sie ist gleichzeitig auch eine der teuersten Sorten.

Duchesse-Spitzen
Bei den Duchesse-Spitzen verschmelzen verschiedene Techniken. Sie wird typischerweise nur in Weiß und Schwarz aus sehr dünnem Garn hergestellt. Das Besondere an der Spitze ist, dass man zunächst nur einzelne Objekte herstellt, die erst im Nachhinein miteinander verbunden werden.

Torchon-Spitze
Torchon ist eine spezielle Art des Klöppelns, bei der die Motive auf einem rautenförmigen Raster in Diagonalen gearbeitet werden.

Idria-Spitze
Die Idria-Spitze gibt es in zwei verschiedenen Varianten, der italienischen und der russischen. Bei beiden Varianten bildet ein Leinenband, das einer Kontur folgt, das Skelett der Spitze. Die russische Idria-Spitze bildet vorwiegend naturalistische Motive ab, die italienische vorwiegend Ornamente.

Schneeberger Spitze
Die Schneeberger Spitze ist eine Erfindung aus dem Erzgebirge, die den billigen Klöppelmaschinenspitzen Konkurrenz machen sollte. Es werden dabei vorwiegend Deckchen gefertigt, die nicht durch Maschinen herstellbar sind. Um eine zügige Fertigstellung zu ermöglichen, werden dabei nur wenige Klöppelpaare benutzt, manchmal sogar nur drei oder vier. Es werden vorwiegend pflanzliche Motive, also Blüten und Blätter, dargestellt. Charakteristisch für die Technik ist der um die Motive laufende Flechter, der der Spitze Halt geben soll. Aufgrund der Entstehungszeit der Spitze sind viele Muster an den Jugendstil angelehnt. Vorläufer der Schneeberger Spitze war die Austria-Spitze, eine ebenfalls mit wenigen Paaren auskommende Bänderspitze aus Österreich.

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